In Essen bald kein Essen mehr von Deliveroo?

Essenslieferdienste in Deutschland boomen, immer mehr Deutsche bestellen ihr Essen bequem vom Zuhause oder unterwegs mit einer Smartphone-App. Scrollen, Klick und kurz darauf ist der Gaumenschmaus aus dem Restaurant schon auf dem heimischen Tisch. Goldene Zeiten für die Lieferdienste, sollte man meinen.

Deliveroo zieht sich aus zehn Städten zurück

Nun will sich mit Deliveroo einer der führenden Anbieter auf dem deutschen Markt aus insgesamt zehn Städten zurückziehen und dort in Kürze keine Kuriere mehr aussenden. Betroffen sind Hannover, Essen, Dortmund, Bonn, Düsseldorf, Dresden, Leipzig, Stuttgart, Mainz und Nürnberg. Das jedenfalls erfuhren die Berliner Fahrer des britischen Unternehmens jetzt per E-Mail.

Konzentration auf Großstädte

Allerdings seien nicht schleppend laufende Geschäfte die Ursache für diese strategische Entscheidung. Vielmehr wolle man sich mehr auf die Städte konzentrieren, in denen das Unternehmen ein höheres Wachstumspotential sieht. Laut Deliveroo sind das die größten deutschen Städte, Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München. In diesen Städten will das Unternehmen stärker investieren, es ist geplant, mit deutlich mehr Restaurants zusammenarbeiten und natürlich auch die Anzahl der Kurierfahrer zu erhöhen, die die Gerichte zum Kunden bringen.

Überraschende Kehrtwende

Diese Entscheidung überrascht selbst die Branchenkenner, immerhin hatte das Unternehmen erst vor einem Jahr mit der Expansion in die mittelgroßen Städte begonnen. Das Rad nach so kurzer Zeit wieder zurückzudrehen, ist keine Entscheidung, die man von dem Lieferdienst erwarten konnte. Eine Sprecherin von Deliveroo teilte mit, man hoffe, in naher Zukunft wieder in die genannten Städte zurückzukehren. Das wäre dann die Kehrtwende von der Kehrtwende, die Sinnhaftigkeit einer solchen unternehmerischen Entscheidung sei dahingestellt.

Kuriere ohne Job

Da nur wenige der Auslieferer bei Deliveroo festangestellt sind, ist es schwierig, eine genaue Zahl der Fahrer zu nennen, die von der Entscheidung betroffen sind. Insider der Branche gehen von mehr als 130 Fahrern aus. Ob sie bei einem der Konkurrenten des britischen Lieferdienstes wie Foodora, Lieferando oder Lieferheld unterkommen können, lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

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